Info: Regeneration

Thema
Einleitung/Infos
Dauer (mm:ss)
10:00
Beschreibung

Regeneration - was passiert nach dem Training?

1. Was bedeutet Regeneration?

Regeneration bezeichnet die Erholungs- und Anpassungsprozesse des Körpers nach einer Belastung. Der Körper versucht dabei, die durch Training entstandene Ermüdung auszugleichen und sich auf zukünftige Belastungen vorzubereiten.

Training setzt einen Reiz. Dieser Reiz führt kurzfristig zu einer Belastung des Körpers:

  • Energiespeicher werden geleert.

  • Die Muskulatur wird ermüdet.

  • Das Nervensystem wird beansprucht.

  • Stoffwechselprodukte entstehen.

  • Flüssigkeit und Elektrolyte können verloren gehen.

  • Die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit nimmt vorübergehend ab.

Während der Regeneration versucht der Körper, diese Veränderungen wieder auszugleichen und sich an die Belastung anzupassen.

Merksatz: Training setzt den Reiz – Regeneration ermöglicht die Anpassung.

Ohne ausreichende Regeneration kann der Körper die Trainingsreize nicht optimal verarbeiten.

2. Was braucht der Körper zur Regeneration?

Schlaf

  • wichtigster Faktor für die körperliche und mentale Erholung

  • unterstützt Reparatur- und Anpassungsprozesse

  • beeinflusst Leistungsfähigkeit, Konzentration und Stimmung

Ernährung

  • Auffüllen der Energiespeicher

  • Eiweiss liefert Baustoffe für die Muskulatur

  • Kohlenhydrate helfen beim Auffüllen der Glykogenspeicher

  • Flüssigkeit und Elektrolyte unterstützen die Rehydrierung

Bewegung

  • leichte Bewegung kann die Durchblutung fördern

  • hilft, nach einer Belastung wieder in einen entspannten Bewegungszustand zu kommen

  • kann das subjektive Gefühl von Muskelsteifigkeit reduzieren

Psychische Erholung

  • Stress ist ebenfalls eine Belastung für den Körper

  • Entspannung und mentale Erholung gehören deshalb ebenfalls zur Regeneration

Zeit

  • der Körper braucht ausreichend Zeit, um Trainingsreize zu verarbeiten

  • je nach Trainingsintensität und Trainingsform kann die benötigte Erholungszeit unterschiedlich sein

3. Aktive vs. passive Regeneration

Passive Regeneration: Der Körper bekommt Ruhe und wird nicht zusätzlich körperlich belastet.

Beispiele: Schlaf, Liegen, Sitzen, Entspannung, Ruhetag.

Aktive Regeneration: Der Körper wird mit einer sehr niedrigen Belastungsintensität bewegt.

Beispiele: lockeres Footing, Spaziergang, lockeres Velofahren, leichtes Schwimmen, Mobility, leichte Bewegungsübungen

Der entscheidende Punkt ist die Intensität. Aktive Regeneration soll den Körper unterstützen – nicht erneut trainieren. Wenn das lockere Footing plötzlich zu einem Tempolauf wird, ist es keine Regenerationseinheit mehr.

4. Warum kann Bewegung bei der Regeneration sinnvoll sein?

Bei einer leichten Belastung wird die Muskulatur weiterhin bewegt und durchblutet. Dadurch kann sich der Körper nach einer intensiven Belastung leichter wieder in einen normalen Zustand einpendeln.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Kalorien zu verbrennen oder besonders viel zu leisten.

Vielmehr geht es um:

  • leichte Bewegung

  • Durchblutung

  • Mobilisation

  • Wahrnehmung des eigenen Körpers

  • Entspannung

  • Reduktion des Gefühls von Steifigkeit

Ein wichtiger Grundsatz lautet deshalb: Bei aktiver Regeneration steht das Körpergefühl über der Leistung.

5. Woran erkenne ich eine gute Regenerationseinheit?

Während einer aktiven Regeneration sollte man sich grundsätzlich leicht und locker fühlen.

Orientierung: RPE 1–3 von 10

1 = sehr leicht
3 = leicht
5 = moderat
7 = hart
10 = maximale Belastung

Beim lockeren Footing sollte beispielsweise ein normales Gespräch problemlos möglich sein. Weitere Anzeichen:

  • keine starke Atemnot

  • kein Brennen in der Muskulatur

  • keine zunehmende Ermüdung

  • keine Leistungserwartung

  • nach der Einheit fühlt man sich idealerweise besser oder zumindest nicht erschöpfter als vorher

Frage an die Gruppe:

„Woran würdet ihr merken, dass aus aktiver Regeneration plötzlich Training geworden ist?“

6. Regeneration ist individuell

Nicht jede Person regeneriert gleich schnell. Einfluss haben beispielsweise:

  • Trainingsumfang und Trainingsintensität

  • Trainingszustand

  • Alter

  • Schlafqualität

  • Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

  • psychischer Stress

  • berufliche Belastung

  • bisherige Regeneration

  • Art der vorherigen Belastung

Deshalb gibt es keine allgemeingültige Regenerationsdauer.

Nach einer lockeren Trainingseinheit kann eine kurze Erholung ausreichen. Nach einem intensiven Wettkampf oder einer sehr hohen Trainingsbelastung benötigt der Körper deutlich mehr Zeit.

7. Einstieg in die praktische Lektion

Nach dem theoretischen Teil kann die Gruppe direkt auf die eigene Wahrnehmung fokussieren.

Kurzer Auftrag vor der aktiven Regeneration, beispielsweise dem Footing:

„Nehmt euch kurz 30 Sekunden Zeit und beurteilt euren aktuellen Zustand.“

Die Teilnehmer überlegen:

  • Wie müde fühle ich mich gerade? 1–10

  • Wie locker fühlt sich meine Muskulatur an? 1–10

  • Wie hoch ist mein aktuelles Energielevel? 1–10

Diese Werte werden nicht zwingend aufgeschrieben, aber am Schluss der Lektion (nach dem Footing, der Mobilisation und der Massage) wird die Wahrnehmung nochmals aufgegriffen:

„Hat sich etwas verändert?“

Damit wird aus der Lektion nicht nur eine Abfolge verschiedener Regenerationsmethoden, sondern eine praktische Erfahrung zum Thema Regeneration.

Eine gute Kernbotschaft für die Lektion

1. Training belastet.
→ Der Körper braucht Zeit und geeignete Bedingungen zur Anpassung.

2. Regeneration ist Teil des Trainings.
→ Fortschritt entsteht nicht nur während der Belastung.

3. Aktiv bedeutet nicht intensiv.
→ Bei aktiver Regeneration steht die Erholung im Vordergrund, nicht die Leistung.

Material

1 Flipchart mit Merkpunkten (optional)

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